Drückebergergasse 

Drückebergergasse

Fotos: Theresa

Die Drückebergergasse ist hinter der Feldherrnhalle am Odeonsplatz. Aber eigentlich heißt sie "Viscardigasse". Früher zur Zeit des Zweiten Weltkrieges - also im Nationalsozialismus -  standen am Odeonsplatz vor der Feldherrnhalle immer Soldaten. Jeder, der an ihnen vorbei wollte, musste die Soldaten grüßen, sonst gab's Ärger. Aber viele wollten die Soldaten nicht grüßen. Jedoch nicht, weil sie zu faul waren, die Hand zum Gruß zu heben. Sondern weil die Soldaten überall in der Stadt waren und den Leuten Angst machten. Täglich sah man, wie Soldaten unschuldige Menschen verhafteten. Das war damals ein schlimme Zeit, nicht nur in München. Die Menschen durften nicht das sagen, was sie denken. Viele wurden sogar getötet, weil sie anderer Meinung waren. Also gingen viele Leute durch die Viscardigasse statt über den Odeonsplatz. So mussten sie nicht an den Soldaten vorbei. Bleibt noch die Frage, warum die Münchner die Gasse ausgerechnet "Drückebergergasse" genannt haben. Ein Drückeberger ist doch eher feige und traut sich nichts. Der würde den einfachen Weg nehmen. Das heißt, an den Soldaten vorbei gehen, die Hand heben, grüßen und weitergehen. Aber der Weg durch das schmale Viscardigässchen war da schon mutiger. Immerhin wusste jeder genau, warum man diesen Umweg wählte. An diesen Umweg erinnern heute noch goldene Pflastersteine die sich durch die Drückebergergasse schlängeln.