Die Münchner Polizei Jugendbeamten

Der Polizeihauptmeister

Name:Alexander Schwandner
Beruf:Polizeihauptmeister
Einsatzgebiet:Polizeiinspektion 16 am Münchner Hauptbahnhof
Kümmert sich besonders um:Alle Menschen, die sich im Bahnhof aufhalten und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der 136 Geschäfte des Münchner Hauptbahnhofs

Die Schulterklappen der Polizisten

Was die grünen, silbernen oder goldenen Sterne auf den Schulterklappen der Polizisten bedeuten, kannst du hier nachschauen.

Die Ausrüstung eines Polizisten:

Alexander Schwandner ist einer von über 6.500 Polizisten in München. Sein Tag beginnt morgens um 7 Uhr. Dann kommt er in seiner Dienststelle an und ... klar, muss sich erst mal um seine Ausrüstung kümmern.

  • Uniform
  • Pistole und Reservemagazin
  • Handschellen
  • Handschuhe
  • Pfefferspray
  • Taschenlampe
  • Funkgerät
  • Uhr
Der Gürtel eines Polizisten ist ganz schön schwer, denn da hängt ja auch allerhand dran.
Auch die Handschellen dürfen nie fehlen.
Im Pfefferspray ist echter Pfeffer, wie man ihn aus der Küche kennt. Davon muss man weinen, auf jeden Fall eine halbe Stunde lang. Und so lange kann die Polizei den Übeltäter festnehmen.

Was Alexander Schwandner jedoch am allerwichtigsten findet, das verrät er hier. Klick den Lautsprecher an! 

Die Arbeit des Polizisten

Wenn Polizist Schwandner seine Ausrüstung beisammen hat, beginnt sein Arbeitstag. Er geht auf Streife. Aber was heißt das eigentlich?

AS: Ich gehe draußen in meinem Revier, das ist der Bahnhof, im Kreis. Und wir warten tatsächlich drauf, dass jemand Hilfe braucht. Uns ist dran gelegen, dass keiner Hilfe braucht, denn dann manchen wir die Arbeit gut. Die Arbeit der normalen Polizei besteht darin, mögliche Straftäter oder Übeltäter abzuschrecken. Die sollen sehen: „Hoppla, da ist viel Polizei, dann klau ich hier nicht, dann schlage ich hier niemanden, dann nehme ich niemandem seine Jacke weg, weil da ständig Polizei da ist.!“ Präsent sein ist eine der Hauptaufgaben der normalen Schutzpolizei.

Manchmal wird es aber auch brenzlig. Und dann kriegt auch ein Polizist oder eine Polizistin mal Angst. Alexander Schwandner kann sich an eine solche Situation noch gut erinnern. Klick den Lautsprecher!

Ja, das kommt eigentlich häufiger vor als man denkt. Wir haben ja den Vorteil, dass wir in unserer 2 ½ jährigen Ausbildungszeit immer wieder so ein gewisses Muster antrainiert haben: Was ist als erstes wichtig und das sind ganz blöde Hilfsmittel wie Uhrzeit festhalten und alle Leute voneinander trennen und das gibt uns eine gewisse Art von Sicherheit in gefährlichen Situationen und danach kommt dann die Angst. Also in dem Moment, wo man etwas tut, verspürt man die Angst nicht so, aber danach kommt die Angst so.

Ich persönlich kann mich an eine Situation erinnern, wo eine Kollegin beschimpft worden ist von einem Mann, der 2 Meter groß war und ziemlich breit und eine ganz finstere Type und da hat sie mich zur Hilfe geholt und er ist mir davon gelaufen und ich konnte ihn schnappen. Da hatte ich Glück und ich habe ihn aufs Revier zurück geführt, war aber so angespannt und so im Stress, dass ich ihm nicht die Handschellen angelegt habe. Das hatte ich vergessen und habe ihn hier aufs Revier und habe im Computer nachgeschaut, was er denn für ein Mensch ist und da waren viele Einträge drin, dass er gewalttätig und bewaffnet ist. Und da habe ich schon Angst bekommen, denn wenn diese Einträge so im Computer sind, dann haben diese Leute meistens auch irgendwelche Waffen dabei. Aber dann war er schon im Revier, da hatte ich dann die Angst danach. Aber er war auch so im Stress und angespannt, dass er gar nicht dran gedacht hat, sich zu wehren und ich konnte ihn dann mitnehmen.

Wichtige Geräte auf der Polizeiinspektion

Die wichtigsten Geräte auf dem Polizeirevier sind Computer und Telefon. Alexander Schwandner zeigt noch zwei weitere Helfer, die die Polizisten und Polizistinnen täglich gebrauchen:

 

 

Der Fingerabdruck-Scanner:

Wenn der Verdächtige schon mal mit der Polizei zu tun hatte oder wenn seine Fingerabdrücke schon mal irgendwo aufgenommen wurden, dann meldet das der Computer.

AS: Bringt nix, Schummeln geht nicht. Denn jeder Mensch auf dieser Erde hat einen eigenen Fingerabdruck, also da gibt es nichts zu Schummeln. Wenn ich durchs Kerzenwachs gehe, merkt das der Scanner, und der Computer sagt mir dann, der Fingerabdruck ist gut und lesbar oder er ist nicht lesbar. Oder auch mit Nivea-Creme, wenn ich den einreibe, um diese Kapillarleisten zuzukleistern, funktioniert auch nicht.

Die Dokumenten-Prüfbox:

Ein weiterer Teil von Alexander Schwandners Arbeit ist die Kontrolle von Ausweisen. Denn manche Leute haben gefälschte Pässe. Oft kommen sie aus dem Ausland und hoffen mit einem falschen Pass nach Europa einreisen zu können. Am Münchner Hauptbahnhof kommen Züge aus vielen verschiedenen Ländern an und deshalb kontrollieren Alexander Schwandner und seine Kollegen und Kolleginnen auch manchmal deren Pässe. Auch dafür haben sie ein ganz spezielle Gerät. Die Dokumenten-Prüf-Box: Für einen gefälschten Pass zahlen manche Leute viel Geld. Zwischen 500 und 5.000 Euro kann so ein gefälschtes Dokument kosten. Fälscher versuchen in ausgefeilten Laboren mit der neuesten Technik Reisepässe zu fälschen. Der teuerste gefälschte Pass, von dem Alexander Schwander und seine Kollegen Wind bekommen haben, war jedoch noch viel teurer. Klick den Lautsprecher:

Den teuersten den wir hatten war 15.000 Euro, das war ein Diplomatenpass und zwar von einem Diplomanten von der Republik Tonga. Und natürlich weiß man nicht gleich, wo liegt denn Tonga und dann haben die Kollegen den gefragt: Entschuldigung, wo liegt denn Tonga? Dann hat der so arrogant gesagt: Müssen Sie doch wissen, liegt in Afrika. Aber der Kollege wusste, Afrika, das kann nicht sein, weil das ist Togo in Afrika. Da hat man mal nachgeguckt und näher kontrolliert und hat hier mit dieser Dokumentenbox festgestellt, dass der Pass falsch ist, der war also gefälscht und die Republik Tonga liegt im Pazifik, ist so ein Inselstaat im Pazifischen Meer.

Noch ein tolles Gerät: Die Dokumenten-Prüf-Box
Wenn man einen Personalausweis unter UV-Licht betrachtet, erscheinen plötzlich viele kleine glänzende Adlersymbole. Die sieht man bei normalem Tageslicht nicht und die machen den Pass schwer fälschbar.
Unter dem „Spot-Licht“ kann man sich das Foto ganz genau anschauen. Vielleicht kann man sogar erkennen, ob das Foto nachträglich rein geklebt wurde oder ob es wirklich zu diesem Pass gehört.

Hinter Gitter!

Wer etwas Schlimmes ausgefressen hat, kommt ins Gefängnis. Aber auch auf der Polizeistation von Alexander Schwandner gibt es zwei kleine Gefängniszellen. Wozu sind die da?

AS: In diese Zellen, da werden die Leute ja nur eingesperrt, bis wir mit der Arbeit fertig sind, bis wir alles im Computer rein geschrieben haben und dann werden sie in die Haftanstalt gebracht, wenn sie im Gefängnis bleiben sollen. Ansonsten werden sie danach wieder entlassen. Man sitzt hier höchstens ein bis zwei Stunden. Oder manchmal, wenn jemand sehr betrunken ist und nicht mehr weiß, wo er hingeht, nehmen wir ihn auch in die Zelle. Bevor er vor eine U-Bahn fällt, nüchtern wir ihn hier aus und dann bleibt er eben eine Nacht in der Zelle. Aber dann ist er am nächsten Tag wieder nüchtern und ist froh, dass er im Warmen und Trockenen sein Bett hatte und darf wieder gehen. Zu einer Zelle gehört nicht viel: Eine Bank, eine Toilette – ohne Deckel und ohne Klopapier. Warum eigentlich? Klick den Lautsprecher!

Reporterin Tina: Gleich um die Ecke sind grüne Gitterstäbe, sieht nicht bequem aus, eine große Holzbank links und ein silbernes Loch in der Ecke.

AS: Das ist die Toilette.

T: Ohne Deckel?

AS: Ohne Deckel und ohne alles. Auch ohne dass man irgendwas rummontiert oder schrauben kann, weil eine Zelle muss auch für den sicher sein, der drin sitzt. Denn es gibt viele Leute, die eingesperrt sind, und die sind selbstmord-gefährdet und nichts in einer Gefangenenzelle darf gefährlich sein, womit die sich umbringen könnten. Und dann natürlich auch damit sie nichts abmontieren können, um auf die Polizisten einzuschlagen. Und wenn auf der Toilette ein Deckel wäre, könnten sie den runter reißen und auf uns einschlagen. Deswegen sind Zellen immer sehr karg und spärlich eingerichtet.

T: Zwei Zellen sind es... hier ist noch eine.

AS: Die ist jetzt aber kaputt, die Tür. Weil – auch Geschichte. Es war einer in der Zelle eingesperrt und der war so aggressiv, der ist immer gegen die Zellentür getreten, so dass das Schloss sich verbogen hat und er nicht mehr raus gekommen ist und wir auch nicht mehr aufsperren konnten. Wir mussten die Feuerwehr holen und die Feuerwehr hat uns die Tür raus geschnitten, dann konnten wir ihn wieder rauslassen.

T: Ich stehe jetzt vor der Zelle und es ist schon gruslig, reinzugucken. Ist es so, wenn die dann mal da drin, dass die dann eher ein bisschen kleinlaut werden, weil es ein sehr unangenehmes Gefühl ist, oder?

AS: Normal ist keiner mehr in der Zelle oder neutral. Es gibt zwei Alternativen: Manche werden kleinlaut wie du schon sagtest oder kommen damit nicht klar.... (Platzangst) die anderen, die das schon gewohnt sind oder schon Erfahrung mit Polizei haben, die werden dann richtig frech. Deswegen gibt es bei unseren Toiletten auch kein Toilettenpapier. Weil die das Papier hernehmen, nass machen und durch die Gegend schmeißen.

Polizist - Ein Traumberuf?

Obwohl man als Polizist nicht nur schöne Aufgaben hat, mag Alexander Schwandner seinen Beruf sehr. Was er am allerschönsten findet? Klick den Lautsprecher!

Wenn Kinder sich verlaufen haben und zu uns kommen und uns ansprechen, keine Angst vor uns haben, kommen und sagen: Ich habe mich verlaufen, bitte helft mir nach Hause. Und wir bemühen uns dann, sie nach Hause zu bringen oder die Eltern kommen dann und holen das Kind von unserer Wache ab. Also das sind Super-Momente, das ist ganz toll. Es sind Kleinigkeiten, aber man macht die Menschen wirklich glücklich damit, weil man ihnen geholfen hat.