Angst vor Gewalt 

Wie gehe ich mit Angst um und wo muss ich vorsichtig sein?

Gerade, wenn so etwas geschieht wie eine Gewalttat, z. B. ein Amoklauf, haben sehr viele Leute Angst. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Wenn es dir genauso geht und du nicht weißt, wie du am besten mit deiner Angst umgehen sollst, dann haben wir hier ein paar Tipps für dich.

Sehr wichtig ist es zunächst, dass du dich nach solchen Ereignissen darüber verständigst, dass du Angst hast. Das heißt, dass du in jedem Fall mit deiner Familie und/oder deinen Freunden und Freundinnen über deine Ängste redest und ihnen auch zeigst, wie es dir geht. Du wirst sehen, dass auch bei den anderen ähnliche Ängste da sind. Reden hilft dir, wieder etwas mehr Sicherheit zu empfinden.
Gerade, wenn mehrere solcher Taten in kurzer Zeit hintereinander geschehen, kannst du das Gefühl bekommen, dass der Schrecken und das Böse immer und überall sind. Aber das ist nicht so. Nun ist es gut, wenn du versuchst, dir das Ganze auch mal anders vorzustellen. Nämlich, dass es uns eigentlich sehr gut geht und dass ganz viel mehr als nur in Ordnung ist und dass es uns im Vergleich zu anderen Ländern sehr sehr gut geht. Manchmal vergisst man das in solch schrecklichen Situationen.

 

Sei auch vorsichtig und kritisch mit den Medien. Fernsehen, Internet und Handy.
Nicht jede Nachrichtensendung oder Berichterstattung für Erwachsene ist gut geeignet für dich. Kindernachrichten sind da besser. Die fassen die Sachen so zusammen, dass es auch für dich besser passt. Denn Vorsicht: leider gibt´s im Fernsehen manchmal Meldungen, die nicht stimmen oder es werden Vermutungen geäußert, wo sich danach rausstellt: war gar nicht so.
Und auch Vorsicht mit Meldungen aus dem Internet oder Handy, z.B. in Chats. Gerade nach solchen Gewalttaten werden falsche Bilder oder Infos verschickt oder gepostet. Schau dir das lieber nicht an. Oder, falls du da doch was mitbekommen hast: frag nach. Eltern, Lehrerin, große Schwester oder so.
Leider gibt es nämlich auch Leute, die bewusst falsche Sachen veröffentlichen, Vorurteile gerade über Menschen aus anderen Ländern verbreiten und nur schreiben, was ihnen grad in den Kram passt. Also: gut aufpassen, nachfragen.

 

Was noch wichtig ist für dich, ist, dass du dich ganz bewusst dazu entscheidest, nichts zu vermeiden. Damit ist gemeint, dass du dich in der Stadt wieder ganz normal bewegst, auch auf öffentlichen Plätzen. Da wirst du die Erfahrung machen, dass du einkaufen gehst oder Zug fährst und nichts passiert. Stell es dir vor, wie wenn du mal vom Fahrrad gefallen bist und dich dann erst einmal nicht traust, wieder auf das Fahrrad zu steigen. Dann aber wirst du von Freunden oder deiner Familie ermutigt, es doch noch einmal zu probieren und schon siehst du, dass du doch darauf fahren kannst, ohne dass etwas passiert. Du stellst dich deiner Angst und setzt dich wieder auf den Sattel. Denn du hast das Fahrradfahren nicht verlernt.

Auf www.duda.news und kiraka kannst du weitere Infos dazu nachlesen.

Mit wem kann ich reden?

Also klar:  

Mit deinen Eltern, Freunden und Verwandten.
Gut ist auch, wenn du Sendungen im Fernsehen, die sich mit dem Thema beschäftigen und die dich interessieren, zusammen mit denen anschaust. Weil, dann kannst du auch gleich nachfragen und mit ihnen über das Gesehene sprechen.

Und wenn das alles aus irgendwelchen Gründen grad nicht geht, dann kannst du jeden Tag von 18-20:00 bei Infofon 089/1215000 anrufen. Da kannst du mit anderen jungen Leuten sprechen und Fragen stellen. Mit denen haben wir auch schon abgesprochen, dass du da anrufen kannst. 

Tagsüber erreichst du auch jemanden bei den Münchner Erziehungsberatungsstellen: 089/23349696 oder 089/23349697

Übrigens:  Wenn du dich alleine nicht traust, da anzurufen, dann kannst du dir auch ein paar Freunde dazuholen und mit der Freisprechfunktion gemeinsam anrufen.