Oktoberfest 

Das 184. Münchner Oktoberfest

Grafik: Jana Patzak
Grafik: Thaddeus

Das Oktoberfest, das größte Volksfest der Welt, startet am Samstag, den 16. September, mit dem Einzug der Wiesnwirte und Wiesnwirtinnen. Alle Münchner Wirte, die ein Zelt auf der Wiesn haben, ziehen gemeinsam auf die Theresienwiese. Mit dabei: die bunt geschmückten Pferdewagen, Blaskapellen und viele Zuschauer. Der Oberbürgermeister Dieter Reiter zapft dann das erste Bierfass an.  Und dann heißt es wieder: "O'zapft is!". Bierfässer anzapfen ist nicht so einfach. Deshalb wird immer ganz genau g'schaut ob der Oberbürgermeister auch gut geübt hat. Je weniger Schläge er braucht, umso besser.

 

In der zweiwöchigen Wiesnzeit ist München im Ausnahmezustand. Denn es strömen fast 7 Millionen Besucher auf das Oktoberfest. Dort werden dann Berge von Schweinsbraten, Bratwürschtln, Zuckerwatte und gebrannten Mandeln verdrückt. Und natürlich wird dazu auch viel getrunken. Getrunken wird aus schweren großen Maßkrügen. In einen Maßkrug passt 1 Liter Wasser, Bier, Apfelschorle oder Spezi. Dieses Jahr kostet die Spezi-Maß 9.64 €. Das sind 37 Cent mehr als im letzten Jahr. Am Dienstag, den 3. Oktober 2017 ist der Spaß dann auch wieder zu Ende. Mit ganzen 18 Tagen ist das heuer die längste Wiesn.

Warum heißt die Wiesn Wiesn?

Klingt komisch ist aber so: Das Oktoberfest heißt Oktoberfest, obwohl es vor allem im September stattfindet und in München sagen eigentlich alle Wiesn statt Oktoberfest dazu. Aber warum? Begonnen hat alles mit einer Hochzeit vor über 200 Jahren im Oktober. Am 12. Oktober 1810 heirateten Kronprinz Ludwig (der später König Ludwig I. von Bayern war) und die Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Bei diesem Fest für die Bürger und Gäste gab es als Abschluss ein Pferderennen auf einer Wiese weit außerhalb der Stadt. Zur Erinnerung an die Braut namens Therese wurde sie Theresienwiese getauft.

 

Außerdem wurde beschlossen, im nächsten Oktober in Erinnerung an die Hochzeit wieder zu feiern. Und das wurde dann immer wieder so gemacht – bis heute. Nur dass sich das Datum irgendwann vom Oktober auf den September verschoben hat. Jedes Jahr kamen neue Buden und Schausteller dazu, so dass das Oktoberfest zum größten Volksfest der Welt wurde. Und wie 1810 findet es auf der Theresienwiese statt ...und "Wiesn" sagt man, weil das das bayerische Wort für "Wiese" ist.

 

Noch MEHR Wissenswertes findest du im pomki.de-Lexikon:  BavariaBierDirndlGamsbartKrinolineLederhoseTrachtWiesn

Die "Oide Wiesn".

Im Jahr 2010 wurde die Wiesn 200 Jahre alt. Zu diesem besonderen Geburtstag gab es die "Historische Wiesn". Das war eine Art lebendiges Museum. Die Besucher konnten dort erleben, wie früher das Oktoberfest ausgesehen hat. Und weil das so spannend ist, gibt's jetzt fast jedes Jahr neben der normalen Wiesn auch die "Historische Wiesn". Übrigens: Das Wort "historisch" hat was mit Geschichte, also mit der Vergangenheit, zu tun. Aber das ist nicht so wichtig, denn die Historische Wiesn heißt mittlerweile "Oide Wiesn". Das ist bayerisch und heißt: "Alte Wiese", eh klar!

 

Die Oide Wiesn ist ein echtes Muss! Vor 100 Jahren sah so ein Volksfest ganz anders aus. Es gab keine Achterbahn. Kein Autoscooter. Und auch kein Freefall. Stattdessen gab's Pferdrennen, komische Fahrräder, jede Menge Tiere und Karusselle. Aber die ersten schnellen Fahrgeschäfte, wie das "Calypso" oder die "Fahrt ins Paradies", kamen erst später. Solche alten Fahrgeschäfte kannst du auf der "Oiden Wiesn" austesten. Außerdem gibt es ein Spiegelkabinett zum hemmungslosen Lachen und alte Autos und Traktoren. Also nichts wie hin!

 

Während dem Oktoberfest findest du die "Oide Wiesn" im südlichen Teil der Theresienwiese. Der Eintritt kostet 3,- €. Drinnen kosten die Fahrgeschäfte und Attraktionen jeweils 1,- €. Auf der Oiden Wiesn gibt es auch ein Festzelt mit Essen und Getränke.

Das musst du wissen!

Grafik: Lukas Wossagk

ACHTUNG! Da auf dem Oktoberfest jeden Tag tausende von Menschen unterwegs sind und Kinder da leicht verloren gehen, gibt es ein paar Regeln für deinen Besuch:

 

  1. Wer unter sechs Jahre alt ist,  darf nach 20.00 Uhr nicht mehr im Bierzelt sein. Auch nicht, wenn die Eltern dabei sind.
  2. Kinder und Jugendliche die NICHT mindestens 16 Jahre alt sind, dürfen ab 20:00 Uhr nur in Begleitung der Eltern auf der Wiesn unterwegs sein.
  3. Rucksäcke und große Taschen dürfen nicht mit auf das Oktoberfest genommen werden. Also entweder kleine Umhängetaschen mitnehmen oder die Jacke um den Bauch binden.
  4. Am Wochenende dürfen Kinderwägen den ganzen Tag NICHT mit auf die Wiesn genommen werden. Montag bis Freitag sind Kinderwägen bis 18:00 Uhr erlaubt. An der U-Bahnhaltestelle Theresienwiese gibt's einen Kinderwagen-Parkplatz.
  5. Wenn du deine Eltern verlierst, dann KEINE PANIK! Lass dich einfach zur Kinderfundstelle bzw. zum Jugendamt bringen. Aber nicht von irgendjemand. Am besten fragst du den nächsten Standbesitzer oder jemand vom Sicherheitsdienst. Natürlich darfst du auch die Polizei fragen. Denn die Polizei ist dafür da, um dich zu beschützen. Die Kinderfundstelle bzw. das Jugendamt ist im Servicezentrum auf der Theresienwiese. Das ist neben der Bavaria-Statue. In der Luft über dem Servicezentrum schwebt ein weißer Ballon mit einem roten Kreuz drauf, den man schon von weitem sehen kann.
  6. Schreib dir die Handynummer deiner Eltern auf einen Zettel und den steckst du ganz tief in die Hosentasche. Oder du schreibst dir die Nummer gleich auf den Arm. So geht sie nicht verloren. UND deine Eltern sollten sich unbedingt die Telefonnummer von der Kinderfundstelle aufschreiben: (089) 233 82820 oder (089) 233 82 821. Falls sie dich verloren haben, können sie dort gleich anrufen.
  7. Bevor du mit deiner Familie auf die Wiesn gehst, macht ihr einen Treffpunkt aus, für den Fall, dass ihr euch verliert. Dieser Treffpunkt muss leicht zu finden sein. Trefft euch zum Beispiel beim Riesenrad an der Kasse. Denn das ist von der ganzen Wiesn aus gut sichtbar.

Tipps für die Wiesn

Grafik: Lukas Wossagk
  • Die beste Zeit für einen Wiesn-Besuch ist unter der Woche und zwar tagsüber. Abends und am Wochenende ist die Wiesn oft total überfüllt. Dann geht's drunter und drüber. Und die Warteschlangen vor den Fahrgeschäften sind ewig lang.
  • Geld sparen! Mittags, von 10.00 bis 15.00 Uhr gibt's an vielen Ständen und Fahrgeschäften billigere Preise. Nicht am Wochenende und nicht am 3. Oktober. Achtung: Nicht alle machen da mit. Also, einfach mal nachfragen.
  • Familientag: Am Dienstag, den 19.09., 26.09. und am 3.10. ist Familientag von 10.00 bis 19.00 Uhr. Das heißt, billigere Preise für Kinder und ihre Familien.
  • Das Familienplatzl findest du in der Wiesn-Straße 3, Ost. Das ist ein gemütlicher Familien-Treffpunkt. Dort gibt's schmackhafte Brotzeiten für Groß und Klein und einige Überraschungen für Kinder. Genau das Richtige, wenn es auf der Wiesn zu hektisch wird.
  • Hast du was verloren? Frag einfach im Wiesn-Fundbüro nach. Das findest du im Servicezentrum (beim Ballon mit dem roten Kreuz) auf der Theresienwiese. Das Fundbüro hat täglich geöffnet. Was nicht abgeholt wird, wird im Februar versteigert. Übrigens: Schon verwunderlich, was Leute so alles verlieren auf der Wiesn. Sogar Hosen, Laptops und große Insekten.
  • Wiesn Hits für Kids ist ein Flyer mit Wiesn-Tipps für Kinder. Den gitb's kostenlos in den Touristen-Informationen am Marienplatz und am Hauptbahnhof oder am Stand der Wiesn-Post. Die ist direkt am Wiesn-Haupteingang.

Hast du die Wiesn schon mal von oben gesehen?

Bild: Sophia Schwenke

Hast du das Oktoberfest schon einmal von oben gesehen? Ein toller Ausblick! Da merkt man erst, wie groß die Wiesn ist. Um das Oktoberfest aus der Luft zu betrachten, musst du hoch hinaus. Zum Beispiel in einem Fahrgeschäft:

  • Wie wär's mit dem Riesenrad? Das bringt dich ganz gemütlich auf eine Höhe von 50 Metern und dabei darfst du bequem in der Gondel sitzen. Ein Volksfest-Klassiker!
  • Oder du kreist mit dem Riesen-Kettenkarussell. Das dreht sich und dreht sich und fährt langsam nach oben. Sehr schöne Aussicht. Aber da oben wird's schnell kalt und Boden unter den Füßen gibt's auch keinen. Eine Fahrt lohnt sich trotzdem, besonders wenn es dunkel wird und alle Lichter bunt leuchten.
  • Der höchste Aussichtspunkt ist mit 80 Metern auf der Spitze des Freifall-Turms. Du sitzt festgeschnallt im Schalensitz und wirst langsam nach oben gezogen. Oben angekommen, kannst du nur für kurze Zeit die Aussicht genießen, denn plötzlich saust die ganze Gondel mit allen Passagieren in die Tiefe, dann wieder hoch und gleich wieder runter. Jede Menge Spaß, aber wegen dem Nervenkitzel bekommst du eh nicht viel von der schönen Aussicht mit.
  • Ein bisschen was anderes ist da die Bavaria. In der Statue kannst du nach oben in den Kopf klettern. Da drin gibt's sowas wie ne Aussichtsplattform. Ein netter Ausblick aus etwa 40 Metern Höhe. Aber zur Wiesn-Zeit wollen viele Leute in die Bavaria. Dann wirds schnell eng auf den engen Treppen und Leitern im Inneren.
  • Wenn du aber den perfekten Überblick über die Wiesn haben willst, dann musst du runter von der Wiesn. Hinter der U-Bahnstation "Theresienwiese" steht die St. Pauls-Kirche. Diese Kirche hat drei Türme. Auf den höchsten kannst du für nur 3,- € raufsteigen. Der Hauptturm ist fast 100 Meter hoch und oben gibt es eine Aussichtsplattform mit dem "weltberühmten Postkartenblick" auf die Wiesn. Aber eigentlich ist der Turm sowas wie ein GEHEIMTIPP. Nur wenige wissen, dass er zur Wiesn-Zeit geöffnet ist. Also, besser die Gelegenheit nicht verpassen.
  • Um zu sehen, wie groß die Theresienwiese ist, lohnt sich auch ein Blick auf das Satelliten-Bild. Auf den Aufnahmen stehen zwar keine Zelte, Fahrgeschäfte und die vielen Menschen fehlen auch, aber die Straßen auf der Wiesn zeigen, wo die riesigen Zelte aufgebaut werden. Hier geht's zur Wiesn auf "google Maps"