Die Stockente

 

Der Promi unter der Enten.

 
 

Die Stockente ist die bekannteste Ente bei uns in Deutschland. Das liegt bestimmt an ihrem auffallend braun, beige Körper und ihrem leuchtendgrünen Kopf. Stockenten sind auf fast allen Weihern, Flüssen und Seen in Parks zu sehen.

Aber diesen Kopf und den weißen Ring um den Hals haben nur die Männchen (auch Erpel genannt) und nur zur Brutzeit.

Der Schnabel der Stockenten ist gelblich bis orange. Stockenten sind die größten bei uns lebenden Enten: Sie werden bis zu 56 cm lang und wiegen zwischen 700 und 1500 Gramm.

 
 
 
 

Lebensraum

Wo es Wasser gibt, gibt es meistens auch Stockenten: Sie leben an stehenden und langsam fließenden Gewässern und nehmen sogar mit kleinen Tümpeln vorlieb. Heute sind sie auf den Seen in fast jedem Park zu sehen. Im Winter ziehen sie manchmal auch an Meeresküsten.

 
 
 
 

Alltag

Stockenten sind die wilden Vorfahren unserer Hausenten: Von diesen anpassungsfähigen Enten stammen all die weißen Enten ab, die als Nutztiere gehalten werden.

Wenn man Glück hat kann man auch an Seen oder im Park Stockenten sehen, die eine weiß gemustertes Gefieder haben. Das kommt daher, dass sich Stockenten manchmal mit Hausenten paaren, die aus ihren Gehegen entkommen sind und sich an Seen und Flüssen in freier Wildbahn niedergelassen haben.

Stockenten sind sehr soziale Tiere: Sie leben immer gemeinsam in größeren Gruppen. Alleine sein macht den Stockenten keinen Spaß, da langweilen sie sich. Allerdings bilden sie nicht - wie zum Beispiel viele Gänse - Paare, die ein Leben lang zusammen bleiben.

Sie tun sich immer nur für eine Brutsaison zusammen. Die Männchen kümmern sich auch nicht um die Jungen: Kurz nachdem das Weibchen die Eier abgelegt hat, ziehen sie davon. Sie mausern sich dann und bilden dabei mit anderen Männchen eine Gruppe.
Auch wenn sie zur Gruppe der Schwimmenten gehören, können Stockenten trotzdem tauchen. Sie kommen allerdings nicht so tief wie die Tauchenten, sondern tauchen höchstens einen Meter tief ins Wasser. Dieses Tauchen, bei dem sie auf dem Gewässergrund nach Nahrung suchen, nennt man "Gründeln".

 
 
 
 

Feinde

Stockenten können Raubtieren wie Füchsen sowie Greifvögeln zum Opfer fallen.
Ihr größter Feind ist jedoch der Mensch: Stockenten zählen zu den beliebtesten Jagdtieren. Jährlich werden Hunderttausende von ihnen von Jägern erschossen.
Aber Stockenten sind nicht dumm, die Weibchen haben eine raffinierte Taktik, um ihre Eier zu schützen: Kommt ein Feind und will die Entenmama aus dem Nest vertreiben, bespritzen sie die Eier rasch mit übelriechendem Kot, der die Angreifer vertreiben soll.

 
 
 
 

Nachwuchs

Stockenten suchen sich jedes Jahr einen neuen Partner, mit dem sie nur für eine Brutsaison zusammen bleiben. Die Paarungszeit beginnt schon im Herbst.

An den Park-Seen kann man das Paarungsritual gut beobachten: Zunächst schütteln die Männchen sich, putzen scheinbar ihr Gefieder und lassen dann den so genannten "Grunzpfiff" hören, wobei sie den Kopf und Körper in die Höhe recken.
Sie schwimmen um die Weibchen herum und Nicken dabei mit dem Kopf. Hat ein Entenweibchen ein Männchen erwählt, schwimmt es neben ihm her und zeigt mehrmals mit dem Kopf über die Schulter nach hinten. Dieses Paarungsritual kann sich mehrmals wiederholen.

Vor der wirklichen Paarung entfernt sich das Entenpaar von den anderen Enten und verbeugt sich im Wasser mehrere Minuten lang voreinander. Erst dann findet die Paarung statt, bei der der Erpel die Ente mit dem Schnabel am Hals festhält. Anschließend baden beide und schütteln das Wasser aus dem Gefieder.

Die Eier werden zwischen März und Juni gelegt. Ein Weibchen legt sieben bis elf hell bräunlich grüne Eier in eine Nest dass sie sich vorher gebaut hat. Dann müssen die Eier gebrütet werden und das etwa 25 – 30Tage lang.
Stockenten-Küken sind Nestflüchter, das heißt, Sie verlassen das Nest gleich am ersten Tag und werden von der Mutter geführt.

Schon nach 50 bis 60 Tagen sind die Kleinen selbstständig und brauchen ihre Mama nicht mehr.
Anders als die Küken von Hausenten, die ein gelbes Daunenkleid tragen, sind die Küken von wilden Stockenten schwärzlich-braun gefärbt.

 
 
 
 

Sprache

Das laute Quaken der Stockenten kennt jeder. Die Männchen quaken vom Herbst bis zum Frühjahr. Während der Balz lassen sie ein hohes Pfeifen hören, das wie "fihbib" klingt.